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Alles über Lievito Madre – Italienischer Sauerteig – Herstellung und Pflege

Lievito Madre ist ein italienischer Sauerteig, der außer Mehl und Wasser noch Olivenöl und Honig enthält.

Er kann für helle Brot- und Brötchenteige, Pizza und süße Hefeteige verwendet werden und wird, wenn er fertig ist, genau so gepflegt, wie andere Sauerteige. Man kann ihn direkt aus dem Kühlschrank zum Teig geben. Ich nehme die Lievito Madre meistens am Vortag aus dem Kühlschrank, füttere sie und lass sie dann über Nacht in der Küche bei Raumtemperatur stehen. So ist die Triebkraft meiner Erfahrung nach am größten.
Die Herstellung von Lievito Madre ist ganz einfach. Sie braucht nur sehr lange, bis sie fertig ist (eigentlich ist es eine sie, aber ich vergessen das meistens und machen einen Ihn drauss – also der Lievito Madre). Es lohnt sich aber, diesen Teig herzustellen, da er so vielfältig einsetzbar und sehr triebstark ist. Das bedeutet, dass die Teige sehr gut aufgehen, schön luftig werden und man die Hefemenge erheblich reduzieren kann. Ich bin mittlerweile sehr begeistert von diesem Teig und nehme ihn in so gut wie alle hellen Brot- und Brötchenteige, für Pizzateig und für alle süßen Hefeteige. Er ist geschmacklich nicht mit Sauerteig vergleichbar, da er sehr mild ist.

♥♥♥

Herstellung von Lievito Madre

1.Tag :

  • 200 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630 + 1 EL
  • 100 g Wasser
  • 20 g Honig
  • 20 g Olivenöl oder anderes Öl

200 g Mehl in eine Schüssel geben. Wasser, Öl und Honig dazugeben.

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  • Jetzt verknetest du alles mit der Hand, bis ein relativ glatter Teig entsteht. Der ist jetzt etwas klebrig, da ja noch Öl und Honig drin sind und das Mischungsverhältnis von Mehl und Wasser nicht genau 2:1 ist!
  • Daher kommt noch ein EL Mehl dazu und wird unter geknetet – jetzt sollte der Teig relativ fest sein.
  • Du kannst den Teig dann auf eine Arbeitsfläche geben und so falten, als ob du einen kleinen Brotlaib faltest, also immer von außen nach innen falten, bis eine Kugel entsteht.
  • Die gibst du möglichst in eine Glasschüssel (bei Plastik hält die Frischhaltefolie nicht so gut) – da ich kein genügend großes Weckglas hatte, habe ich einen Glas-Meßbecher genommen.  Es geht auch gut in einer Porzellanschüssel. Dann wird die Oberfläche dünn mit Öl eingepinselt und kreuzweise eingeschnitten.

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Das Glas möglichst dicht mit Folie abdecken.

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  • Der erste Schritt ist gemacht und hat bei mir mal grade 6 Minuten gebraucht (mit sauber machen!).
  • Jetzt bleibt der Ansatz 2 Tage bei Raumtemperatur stehen. Denk daran, dass du möglichst sauber arbeitest, damit keine Bakterien mit rein kommen, die nicht rein sollen!

♥♥♥

3. Tag:

  • 100 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630
  • 50 g Wasser
  • 100 g von deinem Ansatz, den du am 1. Tag hergestellt hast

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Es ist ganz normal, dass dein Ansatz jetzt zu einem etwas labbrigen, flachen Fladen geworden ist, dessen Oberfläche etwas gräulich ist! Alles gut!

  • Du nimmst 100 g vom Lievito-Ansatz ab und verknetest ihn mit dem Mehl und Wasser zu einem glatten Teig.
  • Den Teig wieder zu einer Kugel formen, diese rundum mit etwas Öl einpinseln und zurück in die Schüssel oder das Weckglas geben.
  • Unbedingt ein sauberes Glas nehmen, nicht in das vorherige zurückgeben!

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Kreuzweise einschneiden.

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  • Wieder 2 Tage mit Frischhaltefolie abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen.
  • Den weggenommenen Ansatz, der jetzt übrig ist, kannst du bereits zum Backen verwenden.
  • Du kannst ihn einfach mit in einen Hefeteig geben, jedoch nicht mehr als 100 g pro 500 g Mehl.

Wenn du ihn nicht benötigst, knetest du ihn einmal kurz und gibst ihn einfach in ein Weckglas mit Glasdeckel.

Dann kannst du ihn Kühlstellen, bis du ihn verwerten kannst. Das kann auch ruhig innerhalb der nächsten Woche sein!

♥♥♥

5. Tag:

  • 100 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630
  • 50 g Wasser
  • 100 g von deinem LM-Ansatz vom 3.ten Tag

 

  • Du nimmst wieder 100 g vom Lievito-Ansatz ab und verknetest ihn mit dem Mehl und Wasser zu einem glatten Teig.
  • Den Teig wieder zu einer Kugel formen, diese rundum mit etwas Öl einpinseln und zurück in die Schüssel oder das Weckglas geben.
  • Kreuzweise einschneiden und nun 5 Tage mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen!

Den weggenommene Ansatz kannst du wieder zum Backen verwenden oder im Kühlschrank aufbewahren, bis du ihn brauchst! Wenn du beide im Kühlschrank hast, würde ich dir raten, Zettelchen dran zu kleben, damit du nichts verwechselst!

♥♥♥

10. Tag:

  • 100 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630
  • 50 g Wasser
  • 100 g von deinem LM-Ansatz vom 5.ten Tag

 

Dein Teig aus dem Kühlschrank hat jetzt vielleicht schon ganz kleine Bläschen, vielleicht auch schon ein paar größere. Es ist ganz normal, dass er nun nicht mehr so aufgegangen ist, wie vielleicht vorher, als er noch bei Raumtemperatur gestanden ist. Der Teig ist jetzt etwas zäher und weicher, als er beim letzten füttern war.

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Du nimmst wieder 100 g vom Lievito-Ansatz ab und verknetest ihn mit dem Mehl und Wasser zu einem glatten Teig.

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Den Teig wieder zu einer Kugel formen, in das Weckglas geben und jetzt nur noch oben auf der Oberfläche mit etwas Öl einpinseln.

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  • Kreuzweise einschneiden und nochmal 5 Tage mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen!

Es ist übrigens besser, ihn in ein relativ schmales und höheres Gefäß zu geben, damit die Oberfläche nicht so austrocknet. In dem Gefäß sollte auf jeden Fall noch 2/3 Platz sein, weil du nicht wirklich sicher sein kannst, wann er beginnt, richtig zu wachsen! Um die Frischhaltefolie habe ich jetzt noch einen Gummi am oberen Rand festgemacht, damit möglichst wenig Luft an den Teig kommt.

Den weggenommene Ansatz kannst du wieder zum Backen verwenden oder im Kühlschrank aufbewahren, bis du ihn brauchst! Er kann nun auch mit Resten, die du noch im Kühlschrank aufbewahrst, vermischt werden.

♥♥♥

15. Tag:

  • 100 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630
  • 50 g Wasser
  • 100 g von deinem LM-Ansatz vom 10.ten Tag

 

Wie du siehst, hat sich nicht sehr viel verändert, es dauert also noch ein wenig, bis es mit dem richtigen Trieb losgeht! Aber keine Sorge, es kommt!

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  • Du nimmst wieder 100 g vom Lievito-Ansatz ab und verknetest ihn mit dem Mehl und Wasser zu einem glatten Teig.
  • Den Teig wieder zu einer Kugel formen, in das Weckglas geben und nicht mehr mit Öl einpinseln.
  • Kreuzweise einschneiden und nochmal 5 Tage mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen!

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Den weggenommene Ansatz kannst du wieder zum Backen verwenden oder im Kühlschrank aufbewahren, bis du ihn brauchst!

♥♥♥

20. Tag:

  • 100 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630
  • 50 g Wasser
  • 100 g von deinem LM-Ansatz vom 15.ten Tag

 

  • Du nimmst wieder 100 g vom Lievito-Ansatz ab und verknetest ihn mit dem Mehl und Wasser zu einem glatten Teig.
  • Der Teig muss nun nicht mehr zu einer Kugel geformt werden, sondern kann einfach so in das Weckglas gegeben werden.
  • Wenn du jetzt ganz ungeduldig bist, kannst du den Teig mal 6-8 Stunden draußen stehen lassen! Du wirst dann sehen, dass sich schon ganz schön was tut! Um es genau zu sehen, kannst du in der Höhe des Ansatzes einen Gummi befestigen, dann siehst du genau, wie er wächst!

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Danach nochmal 5 Tage mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen!

Den weggenommene Ansatz kannst du wieder zum Backen verwenden oder im Kühlschrank aufbewahren, bis du ihn brauchst!

♥♥♥

Am 25. Tag ist er fertig! Bei mir ist er jetzt deutlich gewachsen!

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  • Du fütterst deinen Ansatz jetzt nochmal mit 100 g Mehl und 50 g Wasser, ruhig den kompletten und gibst ihn am besten in ein Weckglas mit Glasdeckel.

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  • Er bleibt nun 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen und sollte sich bis zum nächsten Tag verdoppeln.
  • Sollte das nicht der Fall sein, kannst du ihn nochmal, wie vorher, füttern und nochmal 24 Stunden stehen lassen.
  • Jetzt muss er weiterhin nicht mehr zu einer Kugel geformt werden, sondern kann einfach nach jedem Füttern in ein sauberes Glas gegeben werden.
  • Auch das Einölen des Teiges ist jetzt nicht mehr nötig! Wenn er ganz fertig ist (sich verdoppelt hat) kann er in den Kühlschrank!

♥♥♥

So sieht die Lievito Madre mittlerweile im Kühlschrank aus, man kann die Triebstärke erahnen, wenn sie schon gekühlt so treibt!

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♥♥♥

Auffrischung:

Die Lievito Madre wird so aufgefrischt, wie sie gemacht wird:

  • Den Ansatz aus dem Kühlschrank nehmen, soviel Mehl und Wasser dazu geben, wie man benötigt, immer im Mischungsverhältnis 2:1 – 2 Teile Mehl und 1 Teil Wasser!
  • Wenn du z.B. 200 g Lievito im Kühlschrank hast (ich habe immer so zwischen 200 und 300 g im Kühlschrank) und benötigst für dein Brot 100 g – nimmst du den Ansatz, fütterst ihn mit 80 g Mehl und 40 g Wasser. Dann hast du insgesamt 320 g.
  • Die lässt du immer einen Tag, also 24 Stunden, bei Raumtemperatur stehen. Der Teig sollte sich dann mehr als verdoppeln. Dann nimmst du ab, was du zum Backen brauchst und stellst den Rest wieder in den Kühlschrank. So entwickelt er die optimale Triebkraft.

Ich überlege mir immer am Vortag, welche Brote ich backe und wie viel ich benötige und füttere dann entsprechend, so dass ich genug zum Backen habe und noch ein Rest von 200-300 g für den Kühlschrank übrig bleibt.

Wenn es mal schnell gehen muss, kann sie auch direkt aus dem Kühlschrank zum Brotteig gegeben werden. Sie hat dann jedoch nicht die gleiche Triebkraft, daher muss immer genügend Hefe mit in den Teig!

Lievito Madre passt besonders gut zu hellen Brotteigen, aber auch zu allen anderen, zu Pizzateigen und Fococcia, Baguette, Brötchen und auch für süße Hefeteige ist er toll! Der Ansatz kann direkt in den Teig gegeben werden, muss also nicht erst wie beim Sauerteig angesetzt werden. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sie (die Lievito Madre) wie Sauerteig anzusetzen, also Mehl und Wasser im gleichen Verhältnis dazu zu geben und 24 Stunden stehen zu lassen. Oder eben, wie oben beschrieben, am Vortag zu füttern und bei Raumtemperatur stehen zu lassen. Bei Brotteig habe ich auch schon einen Hefevorteig gemacht und dann Lievito Madre dazugegeben und mit gehen lassen.

Immer dran denken, dass das Glas groß genug ist! Es sollte nicht mehr als 1/3 gefüllt sein, da es sonst überlaufen kann!

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Die Lievito Madre sollte spätestens alle 10 Tage gefüttert werden, damit sie triebstark bleibt und nicht schlecht wird! Wenn sie mal etwas lahmt, kann man einfach 1 TL Honig dazu geben. Das reicht meistens schon, um sie wieder in die Gänge zu bekommen.

LM kann natürlich genau so mit Dinkel hergestellt und geführt werden!

Meinen Dank für diese ausführliche Beschreibung an:

https://brotbackliebeundmehr.com/lievito-madre-italienischer-sauerteig/

Gruß

Freija

 

8 Kommentare zu Alles über Lievito Madre – Italienischer Sauerteig – Herstellung und Pflege

  1. Lecker, hab mir grad heute überlegt wie man Sauerteig selbst machen kann.
    Habe aber in Erinnerung von damals, dass es auch ein Rezept gibt was ein wenig einfacher in der Zubereitung ist, also nicht über so viele Tage gehen muss….
    Hast Du vielleicht auch darüber etwas ?

    Gefällt 1 Person

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