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Xylit – Xylitol – Zuckerersatzstoff (im Original Birkenzucker)

Aufgrund eines wertvollen Kommentar von Wituschinski, veröffentliche ich noch einen Zusatz-Beitrag speziell über Xylit – Birkenzucker – bezogen auf meinen letzten Beitrag Vergiss Zucker – 9 gesunde Alternativen:

Informationen von Zentrum der Gesundheit

Xylitol ist sicherlich den meisten von Ihnen mittlerweile ein Begriff. Xylitol wird seit Jahren nicht nur als Zuckerersatz, sondern auch erfolgreich zur Kariesprophylaxe verwendet. Mit dem Bekanntwerden der positiven Eigenschaften des Zuckeraustauschstoffs ist im Laufe der Zeit natürlich auch das Interesse an Xylitol gewachsen.

Doch wissen Sie auch, wie diese steigende Nachfrage an Xylitol gedeckt wird?

In diesem Artikel werden alle wichtigen Punkte über Xylitol zusammengefasst und sowohl die Vor-, als auch die Nachteile aufgezeigt.

Was ist Xylitol?

Xylitol – auch als Xylit, Pentanpentol oder E 967 bekannt – ist prinzipiell ein natürlich vorkommender Zuckeralkohol, der sowohl in Pflanzen, als auch im Menschen innerhalb des Zuckerstoffwechsels gebildet werden kann. Das ist auch der Vorteil von Xylitol im Vergleich zu synthetisch hergestellten Süßstoffen wie Aspartam.

Da es sich um einen natürlich vorkommenden Stoff handelt, kann unser Körper Xylitol normalerweise erkennen, in unseren Stoffwechsel aufnehmen und verwerten. Für Hunde jedoch ist Xylitol tödlich, so dass diese keinesfalls an Speisen oder Süßigkeiten gelangen dürfen, die mit Xylit gesüßt sind (siehe weiter unten unter „Xylit für Hunde tödlich“).

Herstellung von Xylitol

Die ursprüngliche Gewinnung von Xylitol, die schon vor vielen Jahren entwickelt wurde, basiert auf einer chemischen Veränderung von Holzzucker (Xylose). Holzzucker kommt zum Beispiel in Birkenholz, Stroh, Kokosnüssen oder Maiskolben vor und ist auch ein Abfallprodukt der Papierherstellung. Die klassische Xylitol-Herstellung aus Holzzucker ist ein sehr aufwändiges Verfahren, was natürlich auch teuer ist.

Auf Grund der steigenden Nachfrage an Xylitol wurden mit der Zeit alternative Herstellungsverfahren entwickelt. Diese sind zwar für die Produzenten weitaus effizienter und günstiger, aber nicht zwangsläufig besser für den Endverbraucher.

Xylitol kann heutzutage industriell auch aus Glukose hergestellt werden. Diesen Prozess hat man vom menschlichen Zuckerstoffwechsel abgeleitet: Xylitol wird im Menschen, wie auch während dieses Verfahrens, mit Hilfe bestimmter Enzyme (Amylase, Glukose-Isomerase, Pullulanase, etc.) aus Glukose produziert. Doch woher kommen die Enzyme und die Glukose für diesen Prozess?

Die benötigte Glukose wird beispielsweise aus Maisstärke gewonnen, die auch von gentechnisch verändertem Mais stammen kann. In der EU ist der Anbau von Genmais im Vergleich zu den USA recht gering, doch auch hier gibt es Xylitol, welches aus Genmais-Stärke gewonnen wurde.

Nun denken Sie vielleicht „So etwas würde ich nicht kaufen. Das muss doch gekennzeichnet sein.“ Doch das ist es eben nicht unbedingt.

Es besteht hier zwar eine Kennzeichnungspflicht von Zusatzstoffen, die direkt aus Stärke von gentechnisch verändertem Mais hergestellt wurden, doch diese Kennzeichnungspflicht besteht nicht zwangsläufig für Zusatzstoffe, die über verschiedene Zwischenprodukte aus der Stärke hergestellt wurden.

Da Xylitol jedoch über mehrere Schritte entsteht, ist hier die rechtliche Situation nicht eindeutig geklärt und man kann sich nicht darauf verlassen, dass Xylitol gekennzeichnet ist, wenn es aus Genmais-Stärke hergestellt wurde.

Hinzu kommt, dass die Enzyme, die bei der Xylitol-Herstellung verwendet werden, hauptsächlich aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen werden. Auch diese Tatsache unterliegt keinerlei Kennzeichnungspflicht.

Xylitol aus GVOs

Neben der Gewinnung aus Glukose kann Xylitol auch direkt von gentechnisch veränderten Bakterien (GVOs = gentechnisch veränderte Organismen) gebildet werden. Diese wurden genetisch so verändert, dass sie gewissermaßen nichts anderes mehr machen, als Xylitol zu produzieren.

Doch über den Nutzen dieses Verfahrens in der Industrie ist kaum etwas bekannt. Die häufigste Methode der Xylitol-Produktion in der Industrie ist immer noch der enzymatische Prozess über Glukose.

Xylitol in BIO-Produkten

Generell kann man sagen, dass Hersteller von BIO-Produkten Wert darauf legen, dass verwendete Stoffe nicht über Wege hergestellt werden, die in irgendeiner Hinsicht auf gentechnisch veränderten Organismen basieren.

Wenn Ihnen wichtig ist, dass das von Ihnen verwendete Xylitol nicht über solche Verfahren hergestellt wurde, setzen Sie sich am besten direkt mit dem entsprechenden Hersteller in Verbindung und fragen dort nach. Tipps dazu, wie Sie beim Einkauf gentechnisch veränderte Produkte meiden können, finden Sie auch in diesen Artikeln:

Abgesehen von der Herstellung, die für manche Menschen mit Sicherheit einen Nachteil darstellt, hat Xylitol durchaus positive Eigenschaften

Dabei sollte man jedoch zwischen dem Verzehr und der Mundhygiene unterscheiden.

Xylitol als Zuckerersatz

Herkömmlicher Haushaltszucker kann viele negative Eigenschaften mit sich bringen, weshalb wir Menschen immer wieder auf der Suche nach gesunden Zuckeraustauschstoffen sind. Xylitol bietet sich hier an, da Xylitol ein natürlich vorkommender Stoff ist, der geschmacklich sehr nahe an die Süsskraft von herkömmlichem Zucker (Saccharose) herankommt, den Blutzuckerspiegel jedoch kaum beeinflusst und zudem weniger Kalorien als Haushaltszucker hat. Kaugummis wird durch Xylitol – neben dem süssen Geschmack – zusätzlich eine zahnpflegende und erfrischende Wirkung verliehen und anders als für Aspartam sind für Xylitol keine negativen Nebenwirkungen bekannt.

Das hört sich doch alles sehr positiv an. Wenn man beachtet, dass Xylitol – wie auch andere Zuckeraustauschstoffe – in größeren Mengen abführend wirkt, sollte der Verzehr also recht unbedenklich – wenn nicht sogar förderlich – für die Gesundheit sein.

Xylitol im Darm

Die abführende Wirkung von Xylitol beruht darauf, dass unser Dünndarm nur geringe Mengen des Stoffes aufnehmen kann. Dadurch gelangt ein Großteil in den Dickdarm, wo Xylitol auf Grund seiner wasserbindenden Eigenschaft zu Durchfall führen kann. Wenn wir unseren Körper jedoch an Xylitol gewöhnen, also häufiger Xylitol zu uns nehmen, dann lassen diese negativen Wirkungen mit der Zeit nach.

Xylitol gegen Zuckersucht?

Ob jedoch der Austausch von Zucker durch Xylitol der richtige Weg ist, um sich von einem zu hohen Zuckerkonsum oder gar einer Zuckersucht zu lösen, wagen wir zu bezweifeln. Wir würden eher dazu raten das Verlangen nach Süßem, das man sich meist über viele Jahre angewöhnt hat, zu überwinden und den Süßigkeiten-Konsum allgemein zu reduzieren.

Die moderne Ernährungsweise mit Geschmacksverstärkern, Zuckerzusätzen und anderen künstlichen Nahrungsmittelzusätzen hat den Geschmack vieler Menschen verdorben.

Das traurigste Beispiel sind hierbei die Kinder, die beispielsweise künstliche, extrem süße Fruchtaromen echten, gesunden Früchten mit natürlicher Süße vorziehen oder teilweise nicht einmal mehr deren natürlichen Geschmack kennen.

Eine Zuckersucht mit ihren negativen Folgen ist für Kinder mit einem solch gestörten Geschmackssinn gewissermaßen vorprogrammiert. Diese Entwicklung kann jedoch verhindert werden, indem man den Geschmackssinn der Kinder mit Hilfe einer gesunden Ernährung auf natürliche Lebensmittel einstellt.

In einem gesunden Rahmen ist der Verzehr von Xylitol durchaus eine gute Alternative zu herkömmlichem Haushaltszucker.

Xylitol in der Küche

Grundsätzlich raten wir zu einem sehr moderaten Einsatz von Süßungsmitteln – ganz gleich, wie gesund sie zu sein scheinen mögen. Für den gelegentlich süßen Genuss oder auch auf dem Weg zu einer gesünderen Ernährung (für alle, die sich den Haushaltszucker abgewöhnen möchten) ist Xylitol eine interessante Alternative.

Xylitol kann als Zuckerersatz – zum Backen, Kochen, Süßen von Desserts etc. – verwendet werden. Allerdings kann Xylit ab einer Menge von 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht abführend wirken. Schon bei kleineren Mengen können – je nach Empfindlichkeit bzw. nach individueller Xylit-Adaption des betreffenden Menschen – Blähungen auftreten.

Bekannt ist jedoch (wie bereits erwähnt), dass sich der menschliche Organismus schrittweise an größere Xylitmengen (bis zu 200 Gramm pro Person und Tag) gewöhnen kann. Beginnen Sie also beispielsweise mit vorsichtig gesüßten Desserts oder Getränken und erhöhen Sie dann die Xylitmengen langsam.

Wenn in einem Kuchenrezept z.B. 200 Gramm Xylit enthalten sind, dann fällt davon auf jedes Kuchenstück (bei 12 Stücken) etwa 17 Gramm Xylit. Mehr als ein Stück sollte davon anfangs nicht gegessen werden.

Für Kinder können jedoch diese 17 Gramm schon deutlich zu viel sein und – je nach Körpergewicht der Kinder – zu Blähungen und/oder Durchfall führen.

Mengenmäßig wird Xylit genau wie Zucker verwendet. Man tauscht also den Zucker einfach gegen Xylit – jedoch (wie oben erwähnt) immer in jenem Maß, das man gut verträgt bzw. an das man gewöhnt ist.

Bei Hefeteig muss allerdings etwas Zucker zusätzlich dazu gegeben werden (1 bis 2 TL), da die Hefe ja „Futter“ braucht.

Xylit für Hunde tödlich!

Während der menschliche Organismus Xylit aus dem eigenen Stoffwechsel kennt und damit keinerlei Probleme hat, ist Xylit für Hunde äußerst gefährlich. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass sich kein Hund etwas von den mit Xylit gesüßten Speisen stibitzen kann.

Bei Hunden kann Xylitol sehr negative Effekte hervorrufen. Im Gegensatz zu uns Menschen wird bei Hunden die Insulinausschüttung durch Xylitol enorm gesteigert, was zum Abfallen des Blutzuckerspiegels führt und tödliche Folgen für das Tier haben kann – und zwar schon ab kleinsten Mengen.

Symptome wie Zittern oder Schwanken treten bereits wenige Minuten nach dem Verzehr der mit Xylit gesüßten Speise auf. Informieren Sie in diesem Fall sofort Ihren Tierarzt, damit dieser auf Sie vorbereitet ist, streichen Sie Zuckerwasser oder Honig in die Mundhöhle Ihres Hundes und fahren Sie schnellstmöglich zum Tierarzt, der Ihren Hund noch retten kann, wenn Sie keine Zeit verlieren.

Wenn Ihr Hund zu den leidenschaftlichen Küchendieben gehört oder Sie kleine Kinder haben, die besonders leicht beklaut werden können oder die dem Hund auch immer wieder etwas zustecken, verwenden Sie in Ihrem Haushalt besser gar kein Xylit.

Da Xylit außerdem immer häufiger als Süßungsmittel verwendet wird, informieren Sie auch andere Hundehalter über die Gefahr sowie über die Notwendigkeit eines schnellen Handelns, wenn der Hund Xylit gefressen hat.

Xylitol in der Mundhygiene

Abgesehen von seiner Süßkraft und den positiven Eigenschaften auf den Blutzuckerspiegel des Menschen, hat Xylitol – beim Menschen – noch weitere positive Eigenschaften, die sich in der Mundhygiene und Zahnpflege einsetzen lassen.

Nachdem in den 1970er Jahren die Karies reduzierende Wirkung von Xylitol entdeckt wurde, gelangte der Zuckeraustauschstoff immer mehr ins Rampenlicht der Wissenschaft. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien darüber, dass Xylitol Karies bei Kindern und Erwachsenen reduzieren kann. Interessanterweise kann scheinbar sogar das Kauen von Kaugummis mit Xylitol während der Schwangerschaft das Kariesrisiko des ungeborenen Kindes verringern. [Quelle]

Aber wieso ist Xylitol trotz des süßen Geschmacks hilfreich gegen Karies?

Xylitol gegen Kariesbakterien

Herkömmlicher Zucker wird von den Bakterien unserer Mundflora zu sauren Endprodukten verwandelt. Diese Säuren entziehen unseren Zähnen wiederum die Mineralstoffe. Die Folgen sind brüchige Zähne, Karies und Mundgeruch.

Im Vergleich zu Zucker, kann Xylitol von diesen Kariesbakterien nicht verwertet werden und liefert ihnen somit auch keinen Nährboden. Xylitol hat antibakterielle Eigenschaften und bewirkt, dass sich weniger Kariesbakterien im Zahnbelag ansiedeln.

Xylitol für gesunde Zähne

Um in den Genuss der überzeugenden zahnschützenden Eigenschaften des Xylits zu gelangen, gibt es kaum eine bessere Anwendungsmöglichkeit als die mehrmals tägliche Mundspülung mit Xylit. Dazu wird ein halber Teelöffel Xylit in den Mund genommen.

Das Xylit löst sich im Speichel auf. Bewegen Sie jetzt die Xylitlösung mindestens zwei Minuten lang im Mund und spucken Sie sie dann aus. Spülen Sie den Mund im Anschluss daran jedoch nicht mit Wasser aus und trinken Sie in der ersten halben Stunde nach der Xylit-Mundspülung nichts. Das Xylit soll in aller Ruhe im Mund wirken können.

Die Mundspülung sollte idealerweise nach jeder Mahlzeit (auch nach jeder Zwischenmahlzeit) und ganz besonders nach zuckerhaltigen Snacks durchgeführt werden. Am Abend kann die Mundspülung auch noch kurz vor dem Zubettgehen eingesetzt werden – und zwar NACH dem Zähneputzen.

Xylitol für die Knochen?

Verschiedene Studien haben in den letzten Jahren durch Versuche mit Xylitol an Ratten gezeigt, dass der Zuckeraustauschstoff nicht nur eine positive Wirkung auf die Zähne sondern auch auf die Knochendichte und den Mineralstoffgehalt der Knochen haben kann.

Konkret bedeutet dies, dass Xylit in den nachfolgend genannten Untersuchungen die Knochendichte und den Mineralgehalt der Knochen erhöhen konnte.

Fazit zu Xylitol:

Xylitol bietet für uns Menschen viele Vorteile sowohl als Zuckeraustauschstoff, als auch in der Mundhygiene. Wenn man jedoch Wert darauf legt, dass Xylitol nicht mit Hilfe gentechnischer Verfahren hergestellt wurde, sollte man besser beim gewählten Händler noch einmal nachfragen.

Xylitol ist zwar ein natürlich vorkommender Stoff, doch muss er für Lebensmittel oder Pflegeprodukte durch aufwändige industrielle Verfahren hergestellt werden. Besonders naturbelassen ist Xylit also nicht mehr. Für Hunde ist Xylit außerdem tödlich und darf keinesfalls ins Futter gelangen.

Quelle

Also, vergewissert Euch beim Kauf, dass es sich tatsächlich um Birkenzucker handelt und nicht um gentechnisch veränderte Ware – z.B. aus Mais. Und Hundebesitzer sollten auf eine Zucker-Alternative zurückgreifen oder extrem sorgsam im Umgang mit Xylit / Xylitol sein!!

Ich bedanke mich bei Conny Wituschinski für diesen wertvollen Hinweis –

Süße Grüße

Freija

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