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Netflix-Film „Okja“: eine berührende Geschichte über die Abgründe der Lebensmittelindustrie

„Der erste Netflix-Blockbuster“, „Skandalfilm“, „Must-See“ – die neue Netflix-Produktion „Okja“ sorgt für Aufregung.

Der Film ist zugleich eine Fabel über Freundschaft und Moral und eine düstere Dystopie; er lässt die Zuschauer das eigene Konsumverhalten und die Nahrungsmittelproduktion hinterfragen und soll sogar schon Menschen zu Veganern gemacht haben.

Der Star des Netflix-Films ist ein gigantisches Schwein namens Okja

Okja erinnert an ein Nilpferd, ist das Ergebnis gentechnischer Forschungen und Vorzeigeprojekt eines Agrarkonzerns („Mirando“), der sicherlich nicht zufällig Parallelen zu Monsanto aufweist. Und Okja ist die beste Freundin einer jungen koreanischen Bauerntochter. Der Konzern hat Pläne mit Okja, die das Mädchen zu durchkreuzen versucht.

Wir wollen hier nicht mehr vom Inhalt der Geschichte verraten, nur so viel: Sie ist berührend, skurril, manchmal lustig und manchmal herzzerreißend traurig. Das Bild, das sie vom Verhältnis zwischen Mensch und Tier sowie von gierigen Konzernen zeichnet, ist beinahe eine Karikatur – aber nur beinahe.

Die Rollen der Hollywood-Größen Tilda Swinton und Jake Gyllenhall haben dem Film sicherlich zu einiger Aufmerksamkeit verholfen, im Zentrum stehen aber die junge Koreanerin Mija (Ahn Seo-hyeon) und ihr Super-Schwein und die Frage, wie (un)moralisch Fleischkonsum ist.

Netflix kann auch gesellschaftskritisch

Regisseur Bong Joon Ho schafft es, in „Okja“ gleich mehrere Aspekte unseres Konsumverhaltens und unseres Verhältnisses zur Lebensmittelindustrie pointiert zur Sprache zu bringen. Nicht nur stellt er die Grausamkeit der Fleischindustrie in den Fokus, er bringt auch die möglichen Folgen von Gentechnik und Züchtung ins Spiel, zeigt die Absurdität von Vermarktungsstrategien – und stellt nicht zuletzt die Manipulierbarkeit und Gleichgültigkeit der Verbraucher-Massen bloß.

Das ist mitunter etwas viel auf einmal und besonders die letzten Szenen des Films erschließen sich uns in ihrer Aussage nicht so ganz – trotzdem empfehlen wir: unbedingt ansehen! Denn zum Nachdenken bringt „Okja“ auf jeden Fall: Kritische Verbraucher werden sich bestätigt fühlen, weniger kritische womöglich ertappt.

Mit diesem Film könnte der Streaming-Anbieter Netflix seine Popularität einmal für mehr als nur den eigenen Profit nutzen: nämlich um Millionen Menschen dazu zu inspirieren, ihr Konsumverhalten zu hinterfragen. Man muss Netflix nicht uneingeschränkt gut finden, um in diesem Fall sagen zu können: Gut gemacht, mehr davon!

Quelle: utopia

Menschlichkeit

Das ist ein Gefühl des Wohlwollens für alle Menschen, das nur in einer großen und empfindsamen Seele aufflammt. Diese edle und erhabene Begeisterung kümmert sich um die Leiden der anderen und um das Bedürfnis, sie zu lindern; sie möchte die ganze Welt durcheilen, um die Sklaverei, den Aberglauben, das Laster und das Unglück abzuschaffen.
Sie verbirgt uns die Schwächen unserer Mitmenschen oder verhindert uns, diese Schwächen zu fühlen, macht uns aber unerbittlich gegenüber Verbrechen. Sie entreißt dem Schurken die Waffe, die dem guten Menschen zum Verhängnis werden könnte. Sie verleitet uns nicht, uns der besonderen Pflichten zu entledigen, sondern macht uns – im Gegenteil – zu besseren Freunden, besseren Gatten, besseren Staatsbürgern. Es macht ihr Freude, die Wohltätigkeit auf alle Wesen auszudehnen, die die Natur neben uns gestellt hat.
Ich habe diese Tugend, eine Quelle so vieler anderer Tugenden, zwar in vielen Köpfen bemerkt, aber nur in wenigen Herzen.

Denis Diderot
(1713 – 1784), franzöšsischer Philosoph der Aufklärung, Schriftsteller, EnzyklopŠädist, Literatur- und Kunsttheoretiker

Gruß Freija

 

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